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Birgit Welt

Study Coach

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Persönlicher Kontakt als Lernerfolg




Sie haben beide ihr Büro nach Hause verlegen müssen. Für Maschinenbaustudent Robin Kelldorfner (25) und Dozentin Anna Kopp (32) vom Graduate Campus der Hochschule Aalen hat sich durch die Corona-Krise der Alltag grundlegend verändert. Homeoffice statt Vorlesungssaal. Zoom-Meetings statt Vorlesungen. Wie gehen die beiden mit der neuen Situation um? Und wie sehr vermissen sie das Präsenzstudium und damit den täglichen Kontakt zu den Studierenden und Lehrkräften?

Robin Kelldorfner hat sich nach einem dualen Bacherlorstudium für ein berufsbegleitendes Masterstudium entschieden, weil „ich nicht auf das Arbeiten verzichten wollte“, sagt der 25-Jährige. Seit acht Wochen ist sein Schreibtisch bei seinem Arbeitgeber Rommelag Engineering in Sulzbach-Laufen leer geräumt. Desktop-PC, zwei Monitore, Headset und Freisprecheinrichtung wurden ins Homeoffice nach Gschwend verlagert. Die Arbeitszeiten sind identisch mit denen aus dem „normalen“ Alltag, „gestempelt wird daheim per Mausklick“, erzählt Kelldorfner und fügt hinzu, dass „in meinem Bereich theoretisch jeder Geschäftsprozess von zuhause aus gesteuert werden kann“. Das gilt auch für die Vorlesungen, die jetzt online abgehalten werden. „Im Großen und Ganzen komme ich damit gut zurecht“, sagt er. Auch, weil diese besser in den Alltag integriert werden können, weil die Fahrtzeit zur Hochschule wegfalle. Doch das Studieren von Zuhause bringe nicht nur Vorteile mit sich. „In einigen Modulen fallen mir die Online-Vorlesungen schwerer“, sagt Kelldorfner. Da gehe es oft um Kleinigkeiten. Beispielsweise wenn ein Mausklick von einem Dozenten nicht visuell auf dem Monitor dargestellt werde. „Das führt dazu, dass Parameter in meinem Programm nicht richtig definiert werden, und schon geht die Fehlersuche los.“

Das größte Problem im Homeoffice sei aber das Fehlen der sozialen Kontakte und der direkte Austausch mit den Kollegen über den Schreibtisch hinweg. „Und die sind meiner Meinung nach ein wichtiger Bestandteil für die Stärkung des Teams“, sagt der Masterstudent und fügt hinzu, dass er sich bewusst für ein Präsenzstudium entschieden habe, weil hier ein persönlicher Austausch mit den Dozenten und Kommilitonen während und nach der Vorlesung stattfindet. „Das trägt zum Lernerfolg bei und wird auch als Erfahrungsaustausch genutzt“, sagt Kelldorfner.

Bei Anna Kopp ist es ähnlich. „Mir fehlt der persönliche Kontakt zu meinen Kollegen“, sagt die 32-Jährige, die ihr Studium an der Graduate School Ostwürttemberg bereits abgeschlossen hat und seit drei Jahren bei Voith in Heidenheim im Recruiting arbeitet und parallel dazu als Dozentin am Graduate Campus Hochschule Aalen unterrichtet. Es war ein Bildungsweg, den „ich jederzeit wieder machen würde und jedem nur empfehlen kann“, sagt Kopp, die ihren Arbeitsplatz Anfang März ebenso ins Homeoffice verlegt hat. „Ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt und es zeigt, wie viel man doch von daheim machen kann.“ Das gilt auch für ihre Arbeit als Dozentin an der Hochschule Aalen. „Die Hochschule ist technisch sehr gut ausgestattet, selbst Gruppenarbeiten sind von zuhause aus möglich.“ Hierzu komme die zeitliche Flexibilität und die Zeit- und Kostenersparnisse durch die fehlende An- und Abreise. Trotzdem will auch die 32-Jährige in Zukunft nicht ausschließlich im Homeoffice arbeiten oder auf Dauer von dort aus unterrichten.

Denn auch ihr fehle der Kontakt zu den Studierenden, zumal „wir uns noch nie persönlich gesehen haben“. Kopp sagt: „Der persönliche Kontakt und Austausch im Präsenzstudium ist wichtig und sollte auf Dauer nicht komplett fehlen.“ Die 32-Jährige wünscht sich deshalb für die Zukunft, dass „eine Mischung aus Online-Vorlesungen und Präsenzstudium angeboten wird“. Denn: „Reine Online-Vorlesungen sehe ich auf Dauer schwierig.“

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